Fünf Minuten

reifenwechsel4Egal, wie lange der Stalldienst dauert, wie eisig die Temperaturen oder wie viel Zeit ich schon mit Zaun nachspannen verbracht habe: fünf Minuten habe ich immer.

Und die lohnen sich, habe ich festgestellt. In fünf Minuten kann ich Robin und Corado einen unbekannten Gegenstand vorstellen, mit einem bekannten Spielzeug etwas Neues machen, ein paar Bewegungsabläufe üben… Fünf Minuten sind echt ne Menge Zeit.

Bis zum nächsten Tag ist die Erfahrung bei den Pferden gesackt und wir sind wieder ein Stück weiter – und oft sogar viel weiter, als wir am vorherigen Tag am Schluss waren.

Innerhalb weniger Tage ist so die Desensibilisierung gegenüber vielen Gegenständen einfach nebenbei mitgelaufen. Auch Corados Akzeptanz des “Raubtiergriffs” und dass er beim Hüpfen mein Gewicht teilweise auf seinem Rücken trägt ist in solch kurzen Einheiten über ein paar Tage entstanden.

Ich finde es immer wieder erstaunlich, was von einem auf den anderen Tag passiert, während der Zeit, in der nach außen nichts passiert, wo wir nichts zusammen machen.

Alleine schon deswegen versuche ich, den Huftieren immer “Erfahrungsfutter” mitzugeben, mit dem sie bis zum nächsten Tag arbeiten können. Das ist nur fair: sie machen es bei mir ja auch so ;-).

 

Aus meinem Tagebuch: Von einer, die auszog, ihr Pferd zu verstehen (amazon)
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  3 comments for “Fünf Minuten

  1. Melanie
    17. Dezember 2014 at 16:49

    Super Anregung, Danke dafür! Wie oft denke ich mir „jetzt habe ich kaum noch Zeit, jetzt lohnt es sich nicht mehr noch was zu machen…“. Gerade unter der Woche, nach der Arbeit rennt die Zeit nur so dahin. Aber du hast ja so Recht! 5 Minuten sind nicht viel Zeit, die hat man immer, und doch kann man so viel damit anfangen! Und wenn es nur 5 Minuten bewusst kuscheln und Zeit miteinander verbringen ist.
    Gestern waren wir auch nur 10 Minuten auf dem Platz, weil es dann angefangen hat zu gießen, und trotzdem haben wir etwas geschafft! 🙂 5 Minuten bewusst verbracht können manchmal mehr bringen und einem mehr Freude bereiten als eine halbe Stunde „Trainingsprogramm“.

  2. G.
    21. Mai 2015 at 10:06

    Eine tolle Anregung, vielen Dank! Ich bin so oft gestresst beim Stalldienst unter der Woche – man will alles schnell fertig kriegen, dann noch schlechtes Wetter, der Stresspegel steigt und die Laune sinkt und die ganze Zeit baut sich ein schlechtes Gewissen auf weil mein Pony fragend hinter mir her läuft und gerne etwas machen möchte, viele lustige Dinge vorschlägt und ich doch immer wieder „Nein, jetzt kann ich nicht.“ sagen muss…ich werde versuchen, diese Idee jetzt immer vor Augen zu haben: 5 Minuten hab ich doch locker über 🙂

    • susanne
      21. Mai 2015 at 19:48

      Danke! Ich kenn dieses Gefühl so gut – und die Ponyblicke und -vorschläge! Meine „5-Minuten-Regel“ hat Corado und mir glaube ich ganz viel Stress erspart in Zeiten, in denen ich eh schon gestresst war oder gesundheitlich angeschlagen oder was auch immer. So waren wir gefühlt doch immer „auf dem Weg“, es hat sich etwas weiterentwickelt und ich bin nicht im „schlechtes Gewissen“-Strudel gelandet :-).

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